Unterhaltsverträge und die gemeinsame elterliche Sorge

Unterhaltsverträge und die gemeinsame elterliche Sorge

 

FĂĽr unverheiratete Eltern von Kindern, die nach dem 1. Juli 2014 geboren wurden, gibt es gegenĂĽber vorher einige Ă„nderungen.

 

Unterhaltsvertrag

Neu ist von Gesetzes wegen die Regelung des Unterhalts nicht mehr zwingend notwendig.

Wir empfehlen dies jedoch allen unverheirateten Eltern trotzdem zu regeln.
Dies aus folgenden GrĂĽnden:

  • Sollte es später zu einer Trennung kommen, ist die Obhut (wo lebt das Kind), der persönliche Verkehr (wie oft sieht der Elternteil wo das Kind nicht lebt das Kind) sowie die Unterhaltsbeiträge nicht geregelt und mĂĽssen durch die KESB (Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde) bzw. durch ein Gericht geregelt werden.
  • Fehlt ein von der KESB genehmigter Unterhaltsvertrag, kann der Unterhaltsanspruch des Kindes gegenĂĽber dem vom Kind getrenntlebenden Elternteil nicht durchgesetzt werden. In diesem Fall ist somit sowohl die Inkassohilfe wie auch die Alimentenbevorschussung fĂĽr das Kind ausgeschlossen.
    Der betreuende Elternteil muss in diesem Fall vorerst allein für den Unterhalt des Kindes aufkommen. Und wenn es in dieser Konfliktsituation – wie das häufig der Fall ist – nicht gelingt, innert nützlicher Frist einen Unterhaltsvertrag abzuschliessen und von der örtlich zuständigen KESB genehmigen zu lassen, bleibt nur noch die Erhebung einer Unterhaltsklage beim zuständigen Gericht sowie ein oft zeitraubender Unterhaltsprozess.

Den Unterhaltsvertrag können Sie selber erstellen. Es empfiehlt sich jedoch, sich hierbei durch eine Fachperson Unterstützen zu lassen.

Auf Wunsch erstellen wir von der RBBM gerne mit Ihnen den Unterhaltsvertrag. Für diese Dienstleistungen verlangen wir eine Gebühr von pauschal 400.- Franken für das erste Kind, jedes weitere Kind 200.-. Bei Interesse können Sie gerne mit uns Kontakt aufnehmen. Füllen Sie bitte die Fragebogen Eltern und Kind aus.

Damit der Unterhaltsvertrag rechtsgültig ist, erfordert dies die Genehmigung durch die KESB. Dies ist unabhängig davon notwendig ob der Unterhaltsvertrag durch Sie selbst, einen Juristen oder die RBBM erstellt wird. Für die Prüfung und Genehmigung des Vertrages durch die KESB fallen Gebühren an.

 

WeiterfĂĽhrende Informationen

Detailinformationen ĂĽber die neuen Gesetzestexte usw. finden Sie auf der Webseite der KOKES.
Die KOKES ist die Konferenz der Kantone fĂĽr Kindes- und Erwachsenenschutz.

Gemeinsame elterliche Sorge

Bei unverheirateten Eltern tritt die gemeinsame elterliche Sorge nicht automatisch in Kraft. Diese müssen die Eltern beim zuständigen Zivilstandsamt beantragen wenn Sie dies möchten.
Auf Wunsch werden die Eltern durch die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) im Zusammenhang mit der gemeinsamen Elterlichen Sorge beraten. Im Bezirk Münchwilen ist dies die KESB Münchwilen zuständig.